Tyte Stone Buaba ☆ News


Neuigkeiten - Tyte Stone Buaba

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Musikperlen: «Tyte Stone – Figga!» (2004):

Hin und wieder gibt es Platten, die irgendwie nie die verdiente Aufmerksamkeit erhalten haben oder in Vergessenheit geraten sind. Qultur ändert diesen Fakt, wühlt sich deshalb durch LP-Kisten, entstaubt CD-Sammlungen und rückt lokale Musikperlen ins Rampenlicht. Dies zeigt, wie vielfältig und reich an Kreativität die lokale Musikszene ist.

Christian Imhof / 12.09.19
 

Kaum eine Bündner Band polarisiert ähnlich wie die Formation Tyte Stone. Es wurden schon unzählige Geschichten über die Jungs aus Chur erzählt und ihr Ruf eilt ihnen oft voraus. Ich war zum Beispiel am vergangenen Wochenende am Konzert der Band Delilahs im Fabriggli Buchs und habe mich nach der Show noch ein wenig mit ihnen unterhalten. Lustigerweise erinnerten sie sich an mein Gesicht, aber mit dem Namen hatten die Zuger doch gröber Mühe. Als ich mich dann vorstellte, gab es einen grossen «Aha-Moment» und als nächstes kam der Satz: «In Chur haben wir doch mit den alten nackten Männern gespielt.» Ich für meinen Teil war doch ziemlich stolz darauf, dass die Musikerinnen und Musiker sich zumindest an dies erinnern konnten und wir in Erinnerungen zur Plattentaufe anlässlich der Kompilation «Bock uf Rock Vol. IV» zu schwelgen begannen.


Die Band Tyte Stone polarisiert. Das merkte ich auch als Booker beim Open Air Malans. Für mich war sofort klar, dass ich diese Jungs auf den Geissrücken bringen musste und es klappte im zweiten Jahr dann auch glücklicherweise. «Open Air klingt super. Da fliegen die Gummipuppen so schön.», war der Kommentar von meinem langjährigen Kumpel Gilla Baby alias Marc Gilardi. Auch wenn am Schluss alle zufrieden waren mit dem epischen Fest, dass die Herren veranstaltet hatten, wurden im Organisationskomitee doch auch einige Stimmen laut, dass eine solche Band für eine solche Familienveranstaltung eher unpässlich sei. Dies ignorierte ich gekonnt, denn ich wusste, wenn ich Tyte Stone hole, dann wird der Event unvergesslich, was er auch wurde. Ausserdem spielt man mit dem Buchen eines solchen Acts immer in die Karten der Gastroverantwortlichen; so als kleiner Gratistipp an Jungveranstalter…

Zum letzten Mal live erlebt habe ich die Band an meinem 30. Geburtstag im Kulturhaus Chur. Ich weiss noch, wie sie die knappe Anzahl Zuschauer mit ihrem Konzert kräftig nach oben korrigierten und ich überglücklich war mit meinen guten Freunden so richtig zu feiern. Das sollten wir eigentlich in Kürze mal wiederholen, wenn ich mir es so nochmals durch den Kopf gehen lasse.

Jetzt schauen wir aber nochmals zurück auf ihr Werk «Figga!» aus dem Jahre 2004. Die Veröffentlichung dieses Werkes fiel auch in die Zeit, als ich die Band gemeinsam mit QL an der «Blue Musix Night» (Ich weiss, wie billig mein abgekupferter Name ist…) von High5 im Churer Eisstadion sah. Ich wurde sofort Fan und bin es nach vielen Jahren immer noch, da ich mich mit den Jungs sehr gut verstehe. Dies ist insofern recht speziell, da Shy-Boy ziemlich aktiv bei der SVP engagiert ist und ich mich eher linken und grünen Kreisen zuordnen würde. Macht aber nichts, da Musik verbindet und es letztendlich ziemlich egal ist, was jemand wählt, so lange er wählen geht und sein Gegenüber mit seiner Meinung nicht bevormundet. Doch zurück zur Musik. Hier geht’s zu den Tracks:

 


«Liabasschmerz»
Der alte Punkhaudegen Dave Sciamanna gibt sein Debüt bei den Pornoboys und die melancholische Nummer von einer Braut die «abaus» ist, lädt heute noch zum Mitsingen mit und zeigt, wie punkig und doch irgendwie gefühlvoll eine CD eröffnet werden kann.

«I weiss, i weiss»
Die rockige Ode an eine Nymphomanin ist ziemlich catchy und findet dank dem sehr mitsingbaren Chorus heute noch ab und zu Platz auf der Setliste der Buaba. Eine ziemlich perverse Angelegenheit, wenn Gilla ziemlich genau ins Detail geht. Grandios finde ich nach wie vor den Hardrock-Zwischenteil kurz vor Schluss, der ein episches Gitarrensolo einläutet, welches aufzeigt, dass ich die Band auch ohne die kultigen Texte wahrscheinlich ziemlich geil finden würde, da Mundartrock mit Drive eben genauso zu klingen hat.

 

 

«Im Elend»
Shy Boy Roli gibt sich die Ehre und zeigt, warum hin und wieder Spass mit Mass angesagt wäre. Die Chronik eines Suffs wird begleitet von feinstem Blues-Rock, wie ihn Status Quo populär gemacht haben. Irgendwie witzig und malerisch, wie offen Roli das Thema angeht, welches schon der eine oder andere der Anhängerschaft im ähnlichen Stil durchlebt haben dürfte. Nach dem Einstand von Shy Boy gibt’s erstmals ein kleines komödiantisches Stück, welchem viele weitere auf der CD folgen werden, die irgendwie lustig sind und dem roten Faden dienen.

«Reschtposchte»

Den damalige Schlagzeuger Schmackofatz habe ich nie wirklich kennengelernt. Für mich war immer Julius der perfekt passende Drummer der Band. Sein Vorgänger singt die Hymne, die der Feder von Shy Boy entspringt und macht bei der lustigen Nummer, welche sich dem Restpostenficken zu später Stunde widmet, einen soliden Job.

«Sex mol in dr Nacht»
Das ist der grosse Hit von Dave, der durch seine schnittigen Riffs auch heute auf keiner Tyte Stone-Party fehlen darf. Ein griffiges Brett, das sofort im Ohr hängen bleibt und zeigt, welch feines Gespür der Bassist aus Cazis für grosse Melodien hat. Die Nummer ist heute fast schon ein Evergreen der gut neben Nummern wie «Nonnen» oder «Tyte Stone Rock’n’Roll» bestehen kann.

«Schmuse isch nid debi»
Auch im Dienstleistungsgewerbe in San Francisco gibt’s nichts umsonst. Das Abenteuer von Jimbo, der sich für ein wenig Geld etwas Liebe erkaufen will, findet leider kein Happy End. Denn wie es der Titel schon vermuten lässt, ist nach dem Akt kein Schmusen angesagt. Eine witzige Nummer, die auch heute noch ziemlich frisch klingt und «fägt»!

«Schafseckel»
Bei dieser Nummer frage ich mich heute noch, wer seine Stimmbänder dafür geopfert hat. Die Parodie auf Acts wie Guns n’Roses oder andere haarigen Bands ist zwar lustig, aber sicher eine der schwächsten Nummern der ganzen CD.

«Dr Pöschtler»

Das nächste Lied über einen transsexuellen Postmann ist groovig und rockt ziemlich gerade aus, wie es eben nur Liedlein von Gilla Baby können. Bereits beim ersten Durchhören singt jeder, wahrscheinlich eher männliche, Zuhörer sofort den griffigen Refrain mit. Dass dann der Pöstler mit dem Polizisten sein Glück findet und beide nachher ihr berufliches Glück am Leutschenbach finden, lässt einem schon ein wenig schmunzeln, da bei der Aussage im Kern auch ein wenig Wahrheit mitschwingt.

«Vogelkunde»
Männer sind pervers, das weiss man doch. Die Volksmusiknummer auf dem Rockalbum ist ziemlich lustig und irgendwie ist es schon erstaunlich, wie viele sexuelle Praktiken Gilla hier so während des Liedes aufzuzählen vermag.

«Bankok Bock»
Das Stück von Shy-Boy-Roli singt Dave Sciamanna, was der Nummer eine ziemlich coole Punkrockattitüde verleiht. Zwischen den Zeilen des Rockkrachers über den leider alltäglichen Sextourismus in Asien findet sich auch ein Hauch Sozialkritik, der einem über die Tragik nachdenken lässt. Mir gefällt sehr gut, wie die Hook am Schluss ein wenig angehoben wird. Gelungen.

«Greiseficker-Blues»
Die Hymne auf Viagra und andere sexuelle Hilfsmittel für den Sex im Alter hat bei mir irgendwie nie einen bleibenden Eindruck hinterlassen, weshalb das Lied mir auch jetzt ziemlich unwichtig für das Gesamtkonzept des Albums erscheint.

«Motzari»
Ganz anders sieht es mit der nächsten Nummer aus, bei der Dave einen weiteren ziemlich stimmungsvollen Rocksong liefert. Die Thematik, die direkt aus dem Leben geschnitten ist, kennen wahrscheinlich viele Herren nur allzu gut. Ich persönlich hätte die Nummer definitiv viel weiter vorne platziert auf der Scheibe, denn es ist ein Lied, das ohne ironische Zwischentöne auskommt und auch gut bei einer anderen Band funktioniert hätte.

«Herzbrand»
Einer der coolsten Hits, die Gilla je geschrieben hat, läutet das grosse Finale der Musikperle ein. Ziemlich lustig, wie er die Geschichte einer gescheiterten Beziehung nacherzählt, bei der er trotz Drogen, Geld verprassen und Gewalt, nicht so genau weiss, weshalb die Frau dann doch gegangen ist. «Z Sozialamt zahlt miar scho.» «Kocht hesch übrigens miserabel» und weitere Einwürfe machen das Stück zu einer Spielwiese, die live nach Belieben ausgeweitet werden kann und immer wieder für ein paar Lacher sorgen.

«Gummisusi»
Roli macht aus einem Witz einen kurzen Song zum Abschluss, der beim ersten Mal durchhören sicher einen Schmunzler bereithält.  

«Maikel»
Der Diamant auf der Scheibe ist aber definitiv der versteckte Song nach dem letzten Lied. Damals im Jahr 2004, das heisst, gute 15 Jahre vor der Dokumentation «Leaving Neverland» haben Tyte Stone sich getraut Witze über Michael Jackson und seine pädophilen Neigungen zu machen. Das brauchte damals sicher Mut, erinnert stark an Klassiker wie «Trulalala» und ist heute noch ziemlich lustig zum Anhören. Auch hier wiesen sie darauf hin, wie wenig sie von Pädos halten und machten dies aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern voller Wortwitz und mit viel Schalk im Nacken.

 

 

Schlussfazit:
Die CD «Figga!» war nicht nur die erste von Tyte Stone, die ich mir ohne schlechtes Gewissen kaufte, sie ist auch heute ein Sammelwerk von einigen ihrer stärksten Nummern. Vor allem die Kombination aus dem Traumduo Shy-Boy/Gilla und dem Altpunker Dave Sciamanna hauchte der Churer Band neuen Drive ein. In einer Zeit weit vor Metoo brachen die Jungs einige Tabus und sorgten durch einen gesunde Portion Humor und viel Schweinekram für ein besseres Verständnis. Man könnte jetzt weiter die Wirkung auf die Gesellschaft durch ihren offenen Umgang mit heiklen Themen erklären, aber ich denke, Tyte Stone erlebt man am besten live auf einer Bühne. Wer genauer hinhören will, ist mit diesem Werk hier bestens bedient, denn kaum ein anderes, abgesehen von einer Best-Of, bieten eine solche Hitdichte und klingt auch 15 Jahre nach ihrem Erscheinen noch verdammt frisch und rockig. 

12.09.2019


CD-Retro-Kritik:

Hin und wieder gibt es Platten aus Graubünden, die nie eine grosse Medienaufmerksamkeit erhalten haben oder vielleicht schon in Vergessenheit geraten sind. Dieses neue Gefäss, exklusiv auf GRHeute, wühlt durch alte LP-Kisten, entstaubt CD-Sammlungen und widmet grossen Werken eine kurze, aber ausführliche Plattenkritik mit einem gehörigen Schuss Nostalgie. Einerseits zur Erinnerung, anderseits zur Aufstockung jeder Tonträgersammlung, aber vor allem um aufzuzeigen, welch vielfältige Bündner Musikszene wir doch haben.

Diese Perlen dürfen in keiner kompletten Bündner Musiksammlung fehlen. Willkommen zu den Bündner Perlen.

1992 war ich gerade mal vier Jahre alt. Auf jeden Fall weit weg davon zu wissen, dass das mit den Blümchen und Bienen und der Geschichte mit dem Storch nicht der Wahrheit entsprach. Ich erlebte eine idyllische Kindheit im zauberhaften Prättigau und war erst kurz nach dem Millenium ausserhalb der Chlus und interessierte mich für Musik aus der Region.
 Vor 24 Jahren erschien die heutige Perle und doch begründet sie den Kult um eine Churer Partyband, die heute noch aktiv ist.

Als ich in der Pubertät steckte, war die Band Tyte Stone auf unserem Schulhof so etwas wie ein Phantom. Alle sprachen von ihnen, doch die Tonträger der Gruppe wären recht schwierig zu kriegen. Mein Interesse war geweckt, denn alle sprachen von ihnen in den höchsten Tönen: Lustig und rockig wie die Ärzte, nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie aus Chur kamen. Eine Odysee zur Beschaffung der Alben der Band startete, heute besitze ich sie alle. Doch der Weg war lang bis dahin und führte mich von Brocki zu Brocki, in den Exlibris, in den Citydisc am Bahnhof und so weiter. Fündig wurde ich dann, wie könnte es anders sein, im Tolgga Music, der damals noch in der Nähe vom Coop Quader stand. Als ich die schwer zu kriegenden Alben zu Hause zum ersten Mal hörte, lauschte ich leise den Klängen. Denn meine Eltern sollten ja nicht gerade mitkriegen, dass ich ein Album hörte, bei dem es nur um Austausch von Körperflüssigkeiten ging. Vom ersten Ton an war ich Fan, dies nun auch schon mein halbes Leben. Die Formation Tyte Stone war für mich eine Revolution, denn sie nahmen ohne Rücksicht auf Verluste kein Blatt vor den Mund und rockten auch noch richtig ab.

Zum ersten Mal live gesehen habe ich die Jungs an der «Blue Music Night», die mein zukünftiger Hafen für erste journalistische Erzeugnisse High5 so um die 2005 im Hallenstadion Chur organisiert hatte. Es spielten an diesem Abend eine Band namens «200 Sachen», die nicht umbekannten «QL», erstmals mit dem Bündner Stämpf und eben die schüchternen Tyte Stone Buaba. Für mich war es ein sehr prägender Abend, denn nicht nur das Ambiente stimmte, auch die Bands waren der Wahnsinn. Tyte Stone schloss sich ein letztes Mal mit ihrem «verlorenen Sohn» Stämpf zusammen und spielte den Überhit «Tyte Stone Rock ’n‘ Roll». Hinzu kam, dass die Herren gehobenen Alters massenhaft Gummipuppen ins Publikum warfen und die Stimmung trotz meines kompletten Verzichts auf Alkohol an diesem Abend sensationell war. Bei mir hat diese Band mit ihrer grossen Show, dem Ausziehen und Verkleiden und den immer noch sehr pubertären Sprüchen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der grosse Pluspunkt, den Tyte Stone für mich schon immer hatte, ist, dass sie sich selbst kein bisschen ernst nehmen. Selbst, wenn andere immer völlig versteift auf irgendwelche Ziele fokussiert waren, haben Tyte Stone den Moment genossen und Musik aus Freude an der Sache produziert.

Ebenfalls an diesem Abend entstand eine Anekdote, die ich euch nicht vorenthalten möchte: Ich musste nach dem Auftritt von «QL» umbedingt auf die Toilette, darum bat ich meine Begleitung Sarah Mark, mir Autogramme der Jungs zu holen. Ich sagte ihr, sie sollte ihnen doch bitte sagen, einmal «Für Chris» und einmal «Für nüt» drauf schreiben zu lassen, also quasi einmal für mich und einmal ohne Widmung. Doch ich erhielt bei meiner Rückkehr eine Autogrammkarte auf der «Für Chris» stand und eine auf der «Für nüt» stand. Die eine habe ich heute noch, die auf der «Für nüt» steht, danke «QL» für dieses unvergessliche Souvenir.

Persönlich kennenlernen durfte ich die Jungs, als ich mich für «Bock uf Rock 4» erstmals getraute, sie um ein Lied zu bitten. Ich war erstaunt, denn die Jungs waren immer gut drauf und unkompliziert. Gilla war von Anfang an professionell, obwohl sie mir kein Lied hätten zur Verfügung stellen müssen, war es ihnen eine Ehre. So erhielt ich den Hit «Blasen», den ich heute noch für einen ihrer besten Songs halte.

Ich buchte sie für die Plattentaufe im nachfolgenden Jahr zur CD «Bock uf Rock 5» und es wurde eine gigantische Nacht im Kulturhaus. Die Jungs waren wie ich, einfach easy drauf und absolut auf der gleichen Wellenlänge. Es war episch. Ebenfalls nie vergessen, werde ich die Ansage von Shy-Boy-Roli: «Ich hätte vor zwanzig Jahren eher gedacht, dass dies ein Witzprojekt bleiben wird. Dass wir das in unserem gehobenen Alter noch machen werden, wäre mir damals sehr unglaubwürdig erschienen.»

Doch zurück zu der CD, die eine Signalwirkung bis in die Redaktion des deutschen Metalhammers hatte. Die CD, die den Churer Jungs, neben Anzeigen von der Kirche, auch mächtig Presse in den Boulevardmedien wie Blick bescherte. Das Kultobjekt: «S’warma Album»!

Losgelegt wird mit der zeitlosen Geschichte der Nonne Beatrice, schlicht unter dem Titel «Nonnen» wird da erklärt, dass auch Nonnen sexuelle Gelüste haben und neben Kerzen auch hin und wieder auf Kardinäle oder andere Kirchenbedienstete zurückgreifen würden. Der Klassiker war geboren und wird heute noch an jedem Konzert der Band gewünscht sowie lauthals mitgegröllt.

Die anschliessende «Begrüssung» ist hochstehender Humor, in dem erklärt wird, was man alles mit den «25 Stutz» für die CD auch noch anstellen hätte können. Doch zum guten Glück hat man sie hier ja richtig investiert.

Das Doppel aus «Süsse kleine Schwester» und «She’s ready» zeigen Tyte Stone von ihrer groovigen rockigen Seite, mit Voodoo-Hänsel am Gesang, werden damals typische Rockklischees bedient.

Dann folgt mit «Verschissni Wucha» endlich der erste Auftritt des legendären Shy-Boy-Roli, der in bester Story-Telling-Manier von einer beschissenen Woche erzählt.

Dann folgt der Klassiker «Schörschl», der als Ode an eine homoerotische Freundschaft zu verstehen ist. Heute Kult und Pflichtprogramm an jeder Tyte Stone-Show.

«Over the Highway» ist feinster Rock ’n‘ Roll, der die seriöse Seite der Band zeigt, aber vor allem aus diesem Grund nicht so richtig zündet.

«Hänsel und Gretl» ist die Neuinterpretation des Märchens der Grimm Brüder. Absolut jugendfrei und kultig. Shy-Boy-Roli at its finest.

Mit «Exorzist» folgt wieder eine Pflichtnummer von Voodoo-Hänsel, der sein düsteres Image bedient und von dem her absolut auf diese CD gehört.

Dann kommt mit «Trullalla» ein weiterer Schlag ins Gesicht der Kirche. Opfer der troubadour-mässigen Konfrontation ist der Churer Bischof. Ideal geeignet für jedes Fest am Lagerfeuer. Ich sage nur: «Min Bündner Schatz, für dini Fuscht hed’s au no Platz». Wenn sie mit den Nonnen noch nicht angezeigt worden wären, bei diesem Track beschworen sie eine Anzeige. Humor in exquisiter Form mit Nachwehen und Kultfaktor.

Dann fällt mit «Büablifigger» der Stein des Anstosses. Doch wie aktuell der Fall des Kindesmissbrauchs von der Kirche her heute immer noch ist, kann man beispielsweise im Film «Spotlight» nachschauen, der auf wahren Begebenheiten beruht. Tyte Stone waren die ersten, die sich getrauten, dieses heikle Thema öffentlich zu propagieren und das im Jahre 1992, wo die Kirche noch massiv mehr Leute in ihren Bann zog. Bewundernswert wie die Churer Band hier ein leider immer noch aktuelles Thema öffentlich in Form eines Songs vom Tabuthema zum Tagesthema erhob und der Öffentlichkeit zugänglich machte. Chapeau!

Ein weiterer Klassiker folgt mit der Nummer «Telephonsex», die auch heute noch sehr unterhaltsam ist und inzwischen Bündner Kulturgut vieler Jugendlicher ist. Grosses Kino!

«Pony & Trap» zeigt die Kongenialität des Duos Gillardi/Lutz, die nicht nur auf feinstem, pubertärem Humor beruhrt, sondern auch instrumental richtig was zu bieten hat.

«A netta Unkl» thematisiert Pädophilie, bevor irgendjemand sich überhaupt traute, in Graubünden über das Tabuthema zu sprechen. Auch dieses Thema ist nach wie vor leider sehr aktuell.

Dann folgt mit «Das Schweigen der Lämmer» ein im Rap sogenanntes Skit, dass passend zum Humor der restlichen CD passt.

«Love Fire» ist feinster 80er Rock und mit Mitsinggarantie versehen.

Dann folgt die depressive Ballade «Udo», die im Nachhinein ein bisschen schwer und erzwungen wirkt, weil sie in Hochdeutsch gehalten ist.

Der «Westernsong» ist typisch Tyte Stone, frech, pervers und lustig.

Auf dem «Strayin‘ Wolves Blues» verarschen die Jungs die Bluesmusiker, die einzig auf das Abwichsen der Gitarre fokussiert sind und somit Sinnlosigkeit auf ein neues Level bringen.

Den Abschluss der CD macht ein Chorlied mit dem eindeutigen Titel «Saufhymmne», das an jedem Junggesellenabschied eigentlich fix auf den Programm stehen sollte. Doch wer denkt, die CD sei nach dem Song zu Ende, kennt die Tyte Stone Buaba schlecht. Es folgen humoristische Outtakes aus den Aufnahmen, welche die Bauchmuskeln weiter strapazieren und das Album lustig abschliessen. Die Jungs haben nicht geflunkert, sondern auch effektiv Sex-Hotlines kontaktiert, was die Outtakes bestätigen.

Schlussfazit:

Tyte Stone haben 1992 ein Album geschaffen, dass 2016 aktueller denn je ist. Es behandelt neben vielen humoristischen Werken auch Missbrauch der Kirche, Inzest und Pädophilie. Nie zuvor und danach wurden solche heiklen Themen massentauglicher in Lieder verpackt. Diese Art, wie die Jungs auf Missstände hinwiesen und Stellung bezogen, ohne rechthaberisch, aufgesetzt oder gar belanglos zu wirken, verdient heute noch den vollen Respekt und begründet den Kult um die Churer Truppe. Mögen die Tyte Stone Buaba noch lange leben und weiterhin legendäre Partys schmeissen; «s’warma Album» bleibt ein Klassiker der Bündner Musikgeschichte mit Höhen und Tiefen und vor allem voller langlebiger Klassiker.

Quelle: http://grheute.ch/2016/09/21/bundner-perlen-tyte-stone-swarma-album-1992/ 

24.09.2016


Neue Webseite:

Die neue Webseite ist nun online...

23.09.2016


Musig Pub TV drehte am Gig in Hinwil:

 

30.11.2014


Am Samstag, 31. Mai 2014 in Chur an der HIGA:

Exklusiver Auftritt in ihrer Heimat

Die mutmasslich schüchterndste und laut Bundesamt für Flatulenzen älteste immer noch aktive Partyband der Schweiz - das sind die unartigen Tyte Stone Buaba! Wer kennt sie nicht, die Figga!-rufenden und im Welschdörfli-gefärbten Churer Dialekt singenden Burschen. Die Tyte Stone Buaba feierten im Januar nassforsch bereits den 34. Geburtstag. Sie haben ihre Wurzeln nicht vergessen und freuen sich am 31. Mai wieder einmal anlässlich der HIGA in ihrer Heimatstadt aufzutreten.

Lebende Legenden

Es war anno 1980 als Gila-Baby und Shy-Boy-Roli die Band aus der Taufe gehoben haben. Anfangs sang man noch auf Englisch und schrieb züchtige Texte. Dafür schämt sich die Band bis heute. Aber Hoppla Schorsch – das hat sich bald geändert und man kennt nun seit Jahrzehnten landauf, landab ihre schlüpfrigen Texte, die allesamt aus dem Leben gegriffen sind. Die heterosexuellen Jungs sind mittlerweile alle deutlich über 50, aber das hält sie nicht davon ab, jedes Jahr nach wie vor rund ein Dutzend Auftritte zu absolvieren. Ihre grössten Hits wie «Tyte Stone Rock n Roll», «Dirty Harry», «Trullala», «Nonnen», «Schörschl», «Schmusa isch nid dabi» oder der «Büablistreichler» werden natürlich zum Besten gegeben. Den Eltern von jungen Burschen wird empfohlen ihre Jungmannschaft nochmals tüchtig in’s Gebet zu nehmen, damit sie am Konzert nicht die letzten Hemmungen verlieren und sich wie im Facebook Blössen geben, die sie nachher bereuen. Den Zuhörern wird empfohlen nicht ganz nüchtern – vielleicht ein Kirschstengeli oder zwei? - einzutrudeln und das Auto zuhause zu lassen. Nur so kann man die Buben richtig geniessen. PS: Frauen über 30 bitte den Ersatz-BH nicht vergessen mitzunehmen, denn den einen werfen sie sowieso auf die Bühne.

05.06.2014


Treffen mit Status Quo in Glasgow:

Am 9. März ging ein langgehegter Traum der Status Quo in Erfüllung, sie konnten uns endlich einmal treffen. Seit Jahren liegen sie uns schon in den Ohren, jetzt haben wir sie erlöst und haben uns murrend für ein paar Fotos zur Verfügung gestellt.nNachher schauten wir uns noch ihren Hammergig in Glasgow an, in der Urformation, notabene.

 

Status Quo

 

 

Tyte Stone

 

 

Glasgow

 

 

Figgs

 

06.02.2014


Gesittetes Dorfleben:

Der Gemeinderat Illgau hat ­beschlossen, künftig nur noch Anlässe zu bewilligen, an denen auf anstössige Darbietungen verzichtet wird.

«Wir wollen, dass es hier anständig zu- und hergeht», sagte Gemeinde-Vizepräsident Markus Vogler in der «Zentralschweiz am Sonntag». Hintergrund des Entscheids war ein Konzert der Churer Band Tyte Stone am 27. November in der Illgauer Mehrzweckhalle. Anschliessend hatte ein Bürger kritisiert, die unsittlichen Texte sowie die knappe und anstössige Bekleidung der Band würden die Dorfjugend verderben.

Hmm, interessant... Dabei spielten wir in Illgau ganz züchtig, bekleidet... War der Schlingel, der sich beschwert hat, am Ende gar nicht dort?

30.12.2013